Baal lebt

Klassifikation | Classification:

Autor(en) | Author(s): 
Klinger, Claudia
Werk-URL | Work URL: 
Jahr der Erstveröffentlichung | Year of original publication: 
1998
Autoren-Webseite(n) | Author's website(s): 
Screenshots: 
Deutsche Beschreibung | German description: 

„Baal lebt“ war ein „Wandertext“, der seinen Ursprung in einer Diskussion darüber hatte, was Netzliteratur sei. Diese wurde kontrovers in einer themenspezifischen Mailingliste geführt. Um die hitzige Diskussion zu beschwichtigen, schrieb „Webknecht“ Richard Blume eine beschwichtigende Mail mit dem Betreff „Baal lebt“. Die Betreffzeile nahm Netzliteratin Claudia Klinger zum Anlass, um einen Text zu verfassen, der fortan von einem Autor zum nächsten „wanderte“ und modifiziert wurde. Damit jedoch nicht mehrere Versionen des Textes gleichzeitig entstehen, wurde „Baal lebt“ nicht über die Mailingliste, sondern gezielt von einem Autor zum nächsten geschickt. Insgesamt nahmen 16 Autoren an der Wanderschaft von „Baal“ teil, jeder Mitschreiber erhielt dabei neben dem Hauptempfänger stets eine Kopie des Textes. Die Markierung von Zitaten spielten ebenso wie das Copyright keine Rolle, der Text lebte von Textmodifizierungen und endet mit den Angaben der Autorennamen, die am Ende einer Textversion der Wanderreihenfolge nach aufgeführt sind. Jede der Textversionen sind auf Baals Hauptseite mit dem jeweiligen Autorennamen verlinkt und können somit entweder beliebig, oder der Reihenfolge nach gelesen werden. Die Diskussion um Netzliteratur und ihrer Definition wird in „Baal lebt“ kritisiert, so heißt es beispielsweise im Ursprungstext „In jedem Darüber-Reden stirbt ein lebendiges Wesen, das zum Ausdruck drängt und nicht zur Diskussion.“ In einem der anderen Textversionen wird „Baal“ gar mit „Pumuckel“ ausgetauscht. In der Inhaltsbeschreibung des Wandertexts wird „Baal“ wie folgt definiert: „Baal war ursprünglich ein phönizischer Gott und ein hebräischer; er gehört nicht einer bestimmten Götterfamilie an. Er trieb sein Wesen zum Guten oder zum Schlechten je nach Gegend...“. Ähnlich scheint sich auch das Wesen der Netzliteratur, oder die Diskussion über eben jene zu wenden.

Autor der deutschen Beschreibung | Author of German description : 
Patricia Tomaszek